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Über Bipolar

Bipolar ist Teil des Schwerpunktthemas „Mittel- und Osteuropa“ der KSB
Als Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes (KSB) steht Bipolar in der Folge von Büro Kopernikus , das bis Ende 2006 deutsch-polnische Kulturprojekte verwirklicht. Wie Büro Kopernikus wird auch Bipolar in der Trägerschaft des in Berlin ansässigen Relations e.V., eines Vereins zur Förderung des Kulturaustausches im Westen und Osten Europas, durchgeführt.
Bipolar stehen für die Förderung herausragender Kooperationsprojekte zwischen deutschen und ungarischen Partnern insgesamt zwei Millionen Euro in den Jahren 2006 und 2007 zur Verfügung. Der wesentliche Teil der Fördermittel von 1,6 Millionen Euro wurde in einer öffentlichen Projektausschreibung ausgelobt. Außerdem werden kulturpolitisch wichtige bilaterale Vorhaben gefördert.

Innovative Ideen und Neuartigkeit der Zusammenarbeit
28 deutsch-ungarische Kulturprojekte wurden von der prominent besetzten Fachjury ausgewählt, sie zeichnen sich durch qualitativ hochwertige und meist langfristig angelegte Zusammenarbeit aus. Unter starker Beteiligung von jungen und sehr jungen Kulturschaffenden aus beiden Ländern stammen die Projekte aus allen Bereichen künstlerischen Schaffens: Bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater, Performance, Tanz, Medienkunst, Kulturgeschichte und kulturelle Bildung. Auf Vorschlag von Bipolar stehen die drei Themengebiete „Zukunft der Utopie“, „Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskultur“ sowie „Sehnsucht nach Normalität“ im Zentrum der Auseinandersetzungen.

Fachjury
In der achtköpfigen Fachjury von Bipolar wirkten von ungarischer Seite die Kunstsoziologin Dr. Anna Wessely, die Kuratorin Dóra Hegyi, der Komponist und Dirigent Péter Eötvös und der Historiker Prof. László Karsai mit. Aus Deutschland kamen die Intendantin des Forum Freies Theater Düsseldorf, Kathrin Tiedemann, der Direktor der Akademie Schloss Solitude Stuttgart, Prof. Jean-Baptiste Joly, der Leiter des Festivals transmediale, Dr. Andreas Broeckmann, und die künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Hortensia Völckers. Sie hatten zusammen mit der Leiterin von Bipolar, Flóra Tálasi, in der Ausschreibung von Bipolar zur grenzüberschreitenden Kooperation aufgerufen.
Die Projektausschreibung war eine einmalige Initiative und bezieht sich nur auf die Kultursaison von August 2006 bis September 2007. Das Team von Bipolar hofft jedoch, dass aus der Zusammenarbeit neue, lebendige Netzwerke zwischen der deutschen und der ungarischen Kulturszene entstehen. Deshalb stellen wir auf der Website, neben ausführlichen Hintergrundinformationen zu den einzelnen Projekten auch die beteiligten Institutionen und die wichtigsten Akteure der geförderten Projekte mit Portraits, Interviews und Ansichten vor (siehe Teilnehmer).

Ausschreibung und Reisezuschüsse
Die Projektausschreibung von Bipolar erschien am 20.9.2005. Die Akteure der deutschen und ungarischen Kulturszene wurden darin zur gemeinsamen Entwicklung von Projekten bis zum 31. März 2006 eingeladen.
Um die Recherche nach Partnern oder die Kontaktaufnahme mit den bereits gefundenen Partnern zu unterstützen, vergab die Fachjury im Dezember 2005 dreißig Reisezuschüsse zu je 1000 €. 160 Projektleiter bewarben sich um die Reiseförderung, von denen 15 aus Deutschland und 15 aus Ungarn die Unterstützung erhielten.

Beratung
Während der Laufzeit der Ausschreibung legte Bipolar großen Wert auf die Beratung und Vernetzung der interessierten Kulturschaffenden und Kulturvermittler. Das Team führte Informationsveranstaltungen in elf ungarischen und zehn deutschen Städten durch und bot persönliche Konsultationen an. Zudem standen im Berliner Projektbüro und im temporären Budapester Informationsbüro kompetente Berater telefonisch zur Verfügung, die auch bei der Partnersuche halfen. Dieses Angebot wurde rege genutzt, unser Team führte rund 700 Beratungsgespräche.

Projektförderung
Anfang Juli 2006 entschied die Fachjury schließlich über die 144 Kooperationsprojekte, die jeweils von einer in Deutschland und einer in Ungarn ansässigen Kultureinrichtung eingereicht wurden. Es haben sowohl kleinere als auch mittelgroße Projekte in Großstädten sowie in ländlichen Regionen beider Staaten den Zuschlag erhalten. Die Fördersumme wurde auf 13 Projekte bis zu 40.000 €, und auf 15 Projekte zwischen 40.000 und 100.000 € aufgeteilt. Die Ergebnisse werden in der Saison 2006/2007 sowohl in Deutschland als auch in Ungarn präsentiert (siehe Kalender).

Diskurs
Bipolar wird die Reflexion über die drei Themenschwerpunkte– Geschichte, gesellschaftliche Normalität, Utopien – während der Laufzeit der Projekte auf dieser Website fortführen. In der Rubrik Diskurs beziehen deutsche und ungarische Intellektuelle Position. Wir hoffen, dass sich unsere Diskurs-Seite zur lebendigen Forum des Austausches entwickelt. Das Bipolar-Team freut sich über Beiträge per Email.

Rahmenprogramm
Bipolar ist Partner der ungarischen Veranstaltungsreihe in Deutschland „Ungarischer Akzent“. Die beiden Initiativen, die 2006-2007 den deutsch-ungarischen kulturellen Beziehungen neue Impulse geben wollen, fördern einzelne kulturpolitisch wichtige Aktivitäten gemeinsam. So beteiligt sich Bipolar maßgeblich an der Finanzierung der Ausstellung „Deutsche in Ungarn – Ungarn in Deutschland. Europäische Lebenswege“, einer beispielhaften Kooperation deutscher und ungarischer Museen über kulturellen Transfer in acht Jahrhunderten. Die Ausstellung hat das Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm initiiert und eröffnet. Sie wird im Folgenden in Berlin, Budapest und Pécs Station machen. Einen weiteren gemeinsamen Schwerpunkt beider Initiativen bildet der Jahrestag des Ungarn-Aufstandes 1956, dem sich unter anderem eine hochkarätige, internationale Konferenz in Berlin widmen wird.

 
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